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Bei dem erwähnten Buch DISCOVERING AMERICA AS IT IS, von Valdas Anelauskas, eine monumentale Studie über die verheerende Wirkung des Ultrakapitalismus amerikanischen Stils auf das amerikanische Volk -- etwas, was die Menschen in anderen Ländern, und besonders die Europäer, wissen müssen, weil sich der American way global ausbreitet. Dieses Buch wirft ernste Fragen auf zu der Rolle Amerikas als Leitmodell für die Entwicklung, und sogar zu seiner zukünftigen Fähigkeit zum internationalen Wettbewerb wegen des Verfalls seines "menschlichen Kapitals," des amerikanischen Volkes, als Resultat seiner antisozialen Innenpolitik.
Valdas Anelauskas ist ein litauischer Journalist und ehemaliger Anti-sowjetischer Dissident, der aufgrund seiner Arbeit für Menschenrechte aus der UdSSR ausgewiesen wurde. Er wurde in den USA als hoch-profilierter politischer Dissident empfangen und hielt anfangs sogar an der Seite mächtiger rechts-extremer amerikanischer Politiker wie Newt Gingrich Reden an amerikanische Zuhörerschaften. Während sich anfangs viele antisowjetische Menschenrechtler an die USA als Verfechter ihrer Sache wandten, und viele sogar in die USA emigrierten, haben nur wenige öffentlich ihre Meinung zur wirklichen Lage der Menschenrechte in den USA bekannt gegeben. Das allein schon sollte DISCOVERING AMERICA AS IT IS zu einem wichtigen Buch machen, geschrieben von jemand mit seinem Hintergrund.
Nach zehn Jahren der Beobachtung der amerikanischen Wirklichkeit kommt Anelauskas zu dem Schluß, daß das extrem-kapitalistische System Amerikas sogar eine größere Bedrohung für das Wohlsein der Welt darstellt als der Sowjetische pseudo Kommunismus. Er malt ein außergewöhnliches Bild "seines" Amerikas -- des wahren Amerikas, wie es für die meisten Amerikaner in Wirklichkeit existiert. Sein Buch untersucht das schockierende Los von Millionen einfacher Menschen im reichsten Land der Welt, das seine Bürger, möchte man meinen, mindestens so gut behandeln könnte wie andere Industrienationen, sich aber weigert. Zwölf reich dokumentierte Kapitel -- über Armut, Kriminalität, Gesundheitswesen, Schulsystem, Obdachlosigkeit, Einkommengefälle und die Ersetzung der Wohlfahrt durch "workfare" (was in Amerika wieder die Sklaverei einzuführen scheint) -- zeigen bis ins Einzelne den öffentlichen Verfall, das Resultat eines schrankenlosen Systems größten Reichtums, wo die Reichen die sozialen Prioritäten bestimmen. Das dürfte kaum das Amerika der Hollywood-filme und der Massen-Illustrierten sein, die die Welt (ver)blenden mit Bildern amerikanischen Wohlstands.
Diese rauhe Wirklichkeit ist nicht die Meinung eines Einzelnen, sondern stammt im Gegenteil aus dem gewissenhaften Studium, vorgelegt auf beinahe 600 Seiten mit Tausenden von Belegen, der neuesten Forschungsergebnisse internationaler Organisationen, nationaler und internationaler NGOs, unabhängiger amerikanischer think tanks und Experten, sogar einschließlich amerikanischer Regierungs- und Industriequellen. Während sich bisher die meiste Kritik auf den einen oder anderen Gesellschaftszweig beschränkt, bringt Anelauskas' multidimensionale Studie alle zusammen, mit vernichtender Wirkung. Dieses Buch läßt uns -- sowohl verstandes- wie gefühlsmäßig -- die raubgierige und verschwenderische Arbeitweise eines ungefesselten Kapitalismus sehen, wie er in Amerika praktiziert wird, und die unnötige und vermeidbare Schädigung, die Millionen erleiden.
Anelauskas' Studie stellt detaillierte Vergleiche an zwischen den USA und der ehemaligen Sowjetunion und--noch bedeutungsvoller -- den kapitalistischen Ländern Westeuropas. Was zur Debatte steht, ist: muss der Kapitalismus auf den Menschen so unbarmherzig lasten -- oder ist die amerikanische Version extremer und unbarmherziger als diejenige anderer Industrienationen? Anelauskas findet die USA in schockierendem Rückstand auf dem Gebiet wirtschaftlicher und sozialer Menschenrechte. Er dokumentiert ausführlich das Ausmaß, zu dem es den Bürgern aller anderen Industrienationen im allgemeinen viel besser geht als den meisten Amerikanern.
Wie lange nun wird der relative Wohlstand der Bürger anderer Industrienationen dauern können angesichts der Ausdehung des amerikanischen Modells? Sollen nun die Länder der Welt überstürzt dem amerikanischen Beispiel folgen -- oder lieber alles tun, um ihre Gesellschaftsstrukturen vor einer "amerikanischen Zukunft" zu bewahren, vor der Anelauskas in seinem letzten Kapitel warnt: "Die neue Weltordnung nimmt Gestalt an." Dieses Kapitel vermittelt ein klareres Verständnis der wahren Quelle von Amerikas "know-how" über das Ansammeln von Reichtum und dessen Bewahrung. Von der Enteignung des Landes der Indianer und der Ausbeutung afrikanischer Sklaven zu einem Verlangen nach Imperium, das bis zum Rand des Kontinents reicht, dann das Meer überquert in einer hundertjährigen Geschichte von Invasionen überall in der Welt, bis zu einem hegemonischen militär-und-wirtschafts-Würgegriff auf die Welt durch eine entfesselte Super-Macht -- von der Ausplünderung durch den einheimischen Kolonialismus bis zum Neokolonialismus im Ausland -- das ist Amerika, wie es wirklich ist.
Ist vielleicht die gängige Ansicht Amerikas schon seit langem falsch, wie das Vorwort des internationalen Rechtsexperten Y.N. Kly, meint?
Der bekannte amerikanische Historiker Howard Zinn (Professor emeritus an der Universität Boston und Verfasser von A People's History of the United States) schreibt folgendes über dieses Buch: "Das ist ein außergewöhnliches Buch, besonders überraschend nicht weil es eine sorgfältig untersuchte und vernichtende Kritik des heutigen Amerika ist, sondern weil es von einem sowjetischen Dissidenten geschrieben ist, der hier mit großen Erwartungen ankam und eine ernüchternde Wirklichkeit entdeckte. Der Gesichtskreis dieses Buchs ist atemberaubend, ein großer Überblick, faktisch genau und philosophisch herausfordernd. Es verdient einen Vergleich mit de Tocquevilles Klassiker aus dem 19. Jahrhundert. Ich hoffe, es erwirbt viele Leser."
Nach David Gil, dem Direktor des Center for Policy Change an der Brandeis University, ist Anelauskas' Buch "eine wahre tour de force... eine reiche Quelle des Verständnisses der Kräfte, die die Qualität des Lebens von uns allen prägen."
Der bekannte amerikanische Indianer Author und Aktivist Ward Churchill schreibt: "Wenn nur jeder zehnte gebürtige Amerikaner sich die Mühe gemacht hätte, soviel über sein eigenes Land zu lernen wie dieser erst kürzlich eingewanderte Litauer, dann hätten die Schrecken, über die er berichtet, nie existiert. Das ist ein 'Muß-Lesen' für die gesamte Bevölkerung."
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